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Eröffnungsfeier der ersten Annemarie-Schimmel-Lecture und des Verbundprojekts zurKomparativen Theologie

Datum: 12. Juni 2023
Ort: Bonner Münster


Was ist Liebe? Wie funktioniert sie? Was ist Schönheit? Diese Fragen wurden bei der ersten Annemarie-Schimmel-Lecture verhandelt. Der Philosophieprofessor und jordanische Prinz Ghazi bin Muhammad führte an drei aufeinanderfolgenden Tagen das Thema aus – am ersten Abend im Bonner Münster und bei zwei weiteren Veranstaltungen im Festsaal der Universität Bonn. Die Annemarie-Schimmel-Lectures sind eine Vorlesungsreihe zu Fragen des interreligiösen Dialogs und der Komparativen Theologie, die von nun an jährlich im Juni an der Universität Bonn stattfindet. In diesem Rahmen werden die weltweit führenden Köpfe der Komparativen Theologie ihre aktuelle Forschung einem breiten Publikum vorstellen. In den Spuren der Namensgeberin Annemarie Schimmel soll die Exzellenz religionsbezogener Forschung ebenso gefördert werden wie der interreligiöse Austausch zu den großen Fragen der Theologien.


Schon im von Prinz Ghazi bin Muhammad verfassten Offenen Brief an Benedikt XVI. und andere Kirchenführer unter dem koranisch inspirierten Titel „A Common Word Between Us and You“ (deutsch: Ein gemeinsames Wort zwischen uns und euch) spielt das Thema der Liebe eine zentrale Rolle. Prinz Ghazi stellte es in seiner Vorlesung als gemeinsames Menschheitsthema heraus und bezeichnete es als die Grundlage des christlich-muslimischen Gesprächs. Zu Beginn seiner Vorlesung hob er die Bedeutung Annemarie Schimmels hervor, der er persönlich begegnet ist: „Es ist für mich eine besondere Ehre, die ersten Annemarie-Schimmel-Lectures zu halten. Denn ihr Buch `Mystische Dimensionen des Islam´ hat mich persönlich sehr beeindruckt, als ich es 1989
zum ersten Mal las.“


In seinem Vortrag näherte sich Prinz Ghazi dem Thema der Liebe philosophisch und beschrieb sie als Neigung zum Schönen. Er betonte die prominente Rolle der Liebe im Koran und stellte auch Verbindungen zur christlichen Theologie, etwa zum Denken des Thomas von Aquin, her. Prinz Ghazi ging auch auf die Bedeutung des Ortes seines Vortrags ein: „Es ist ein Akt der Demut, der Großzügigkeit und des guten Willens, dass Sie kommen und einem muslimischen Redner aus einem fernen Land zuhören, der in Ihrer eigenen Kirche in englischer Sprache spricht. Ich weiß das sehr zu schätzen und bin sehr bewegt.“


Die Veranstaltung war zugleich die offizielle Eröffnung der Kooperationsplattform zum
gesellschaftlichen Transfer Komparativer Theologie, die an den Universitäten Paderborn und Bonn in den nächsten vier Jahren vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft in NRW mit rund zwei Millionen Euro gefördert wird.

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