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Forum für Komparative Theologie

Kinder-Uni: Fasten im Islam, Christentum und Judentum

Kinderuni-Wintersemester endete mit Vorlesung zum Fasten, das Muslime und Christen dieses Jahr gleichzeitig feiern

Das Team des Forum Komparative Theologie gestaltete im März 2026 die sechte Vorlesung der Kinderuni Bonn.

Vergangene Woche besuchten die fleißigen Kinderstudis ihre letzte Vorlesung im Wintersemester. Wer jedes Mal da war, bekam seinen sechsten Stempel und ist damit auf der Zielgeraden zum Kinderuni-Diplom. Das bekommen alle Kinderstudis, die nach Winter- und Sommersemester insgesamt zehn Stempel in ihrem Studi-Ausweis haben.

In der letzten Vorlesung drehte sich alles ums Fasten in Judentum, Islam und Christentum. Das passte besonders gut, weil gerade sowohl Christen als auch Muslime fasten. Die christliche Fastenzeit und der islamische Fastenmonat Ramadan haben dieses Jahr nämlich am selben Tag begonnen. Dass die Fastenzeiten in zwei Weltreligionen gleichzeitig beginnen, kommt sehr selten vor, ungefähr alle 30 Jahre.

In der Vorlesung ging es um die Unterschiede, aber auch um die Gemeinsamkeiten beim Fasten in den drei Religionen.

So erklärte Professor Dr. Klaus von Stosch, dass Muslime ihr Fasten beim sogenannten Fastenbrechen mit Datteln beenden und dass der Fastenmonat Ramadan viel mit Gemeinschaft und Zusammensein zu tun hat. Christen, die heutzutage fasten, täten das oft individuell und sehr unterschiedlich. Das könne ein Verzicht auf Fleisch, Fernsehen oder eine Form von Heilfasten sein. Statt religiöser Regeln entscheiden viele selbst, wie sie ihre Fastenzeit gestalten wollen. Gemeinsam ist den fastenden Christen, dass sie die Zeit nutzen, um innezuhalten. Gläubige Christen erinnern sich in der Fastenzeit an das Leiden von Jesus und bereiten sich auf das Osterfest vor.  Diese Zeit des bewussten Verzichts hilft ihnen, Platz für Gott, das Gebet und Nächstenliebe zu schaffen. Also ähnlich wie bei den Muslimen.

Von Dr. Nasrin Bani Assadi lernten die Kinderstudis, warum gläubige Muslime fasten: Fasten helfe das Herz zu stärken. Mitgefühl zu haben, für die, die weniger haben als wir und es helfe, Gott näher zu sein.

Zum Schluss lernten die Schülerinnen und Schüler mit Dr. Annette Boeckler die wichtigsten jüdischen Fastentage kennen und es wurde musikalisch: Gemeinsam hörten sie das Gebet „Awinu Malkenu“.

Und mit was gingen die Kinderstudis nach Hause? Mit dem Wissen, dass Fastentraditionen sehr unterschiedlich sind, dass man in Gemeinschaft oder für sich allein fasten kann und dass Fastentraditionen für die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen spannend sind, weil es in der Forschungsarbeit immer um Menschen und den Vergleich ihrer Religionen, Traditionen und Lebensstile geht.

 

Aus dem newsletter der Universität Bonn, März 2026.

Photos: (c) Volker Lannert / Universität Bonn

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